Samstag, 10.11.2018, 14:30 bis 20:30 Uhr
50 Jahre „Mariatroster Erklärung“ – Leben heute in Freiheit und Verantwortung

Mariatrost wurde vor 50 Jahren zu einem „historischen Ort“, indem die Bischöfe Österreichs am 22. September 1968 im Bildungshaus eine höchst bedeutsame Erklärung veröffentlichten:

Die von Papst Paul VI. am 25. Juli 1968 veröffentlichte Enzyklika „Humanae vitae“ verursachte einen Riesenwirbel, den in der Folge zahlreiche Bischofskonferenzen zu beruhigen suchten. Zwar sprach die Enzyklika in schönen Passagen über die Liebe von Mann und Frau und zielte auf die Würde der sexuellen Gemeinschaft, verbot aber die künstliche Empfängnisregelung. Im gesellschaftlichen Umbruchsjahr 1968 wehrte man sich sehr begründet gegen dieses Verbot, hatte doch das II. Vatikanische Konzil drei Jahre zuvor die „Heiligkeit des Gewissens“ des Einzelnen betont (Gaudium et spes [GS] 16). Auch bezüglich der Empfängnisregelung vertraute das Konzil darauf, dass das Urteil „die Eheleute selbst fällen“ (GS 50).
Österreichs Bischöfe bemühten sich in der „Mariatroster Erklärung“ um Schadensbegrenzung – und konnten sich damit auf die Einigung der ganzen Weltkirche im Rahmen des II. Vatikanischen Konzils berufen.
In der Betonung des mündigen Gewissens hat die Mariatroster Erklärung zeitlose Gültigkeit und Bedeutung.

ReferentInnen:
Emer. Weihbischof DDr. Helmut Krätzl – Langjähriges Mitglied der österreichischen Bischofskonferenz und „Stenograph“ beim II. Vatikanischen Konzil.
Emer. Univ.-Prof. Dr. Günter Virt – Beleuchtung der Hintergründe als Zeitzeuge.
Univ.-Profin Drin Gunda Werner – Aktualität der Thematik.

Die Moderation gestaltet Drin Christine Haiden, Chefredakteurin „Welt der Frauen“.
um 19.00 Uhr Lesung mit Barbara Frischmuth – aus „Machtnix oder Der Lauf, den die Welt nahm“.
Musikalische Begleitung: Willy Kulmer am Saxophon

ReferentInnen

Weihbischof DDr. Helmut Krätzl, Geboren 1931 in Wien, 1954 Priesterweihe, Zeremoniär von Kardinal Franz König, 1959 Promotion zum Dr. theol in Wien, 1964 Promotion zum Dr. des Kirchenrechts an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, 1977 – 2008 Weihbischof der Erzdiözese Wien

Univ.-Profin Drin Gunda Werner, Geboren 1971 in Bonn, Studium der Theologie und Philosophie in Münster, 2005 Promotion in Katholischer Theologie in Münster, Visiting Fellow in den USA, 2015 Habilitation in Dogmatik und Dogmengeschichte in Bochum, seit April 2018 Universitätsprofessorin und Leiterin des Instituts für Dogmatik an der katholisch-theologischen Fakultät Graz. Foto: Jörg Jäger / Universität Tübingen

Emer. Univ.-Prof. Dr. Günter Virt, Geboren 1940, 1965 Priesterweihe, 1970 Promotion zum Dr. theol in Wien, 1981 Habilitation in Tübingen, Professor für Moraltheologie in Paderborn, Salzburg und Wien.

Barbara Frischmuth, Geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und ist seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebt seit einigen Jahren wieder in Altaussee. Romane u.a.: „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976), „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), "Machtnix oder Der Lauf, den die Welt nahm" (Neuauflage 2018, Erstausgabe 1993). Foto: Christian Jungwirth

Drin Christine Haiden, Chefredakteurin „Welt der Frauen“ Fotonachweis: Grill

Willy Kulmer, Studium auf der Klarinette (Klassik) und dem Saxophon (Jazz) in Graz.

Eintritt ist frei

Glauben &
Denken

Detailfolder zur Veranstaltung

50 jahre mariatroster erklärung
Workshop / Kursnummer: 18-318