Mittwoch, 03.04.2019, 16:00 bis 20:00 Uhr
ÜberLeben – Suizidprävention wirkt

Suizid und Suizidprävention in den verschiedenen Lebensaltern/-phasen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von jährlich weltweit etwa 800.000 Todesfällen durch Suizid aus, Suizidversuche sind noch wesentlich häufiger.
Damit ist Suizid auch ein ernsthaftes gesundheitspolitisches Problem –
und vor allem: Jeder Suizid ist eine große menschliche Tragödie und betrifft zugleich auch Freunde, Familien und Gemeinschaften mit lange andauernden Konsequenzen.
In Österreich sterben etwa 1.300 Menschen jährlich durch Suizid, Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Steiermark und Kärnten sind jene Bundesländer, die bei den Suizidraten eine führende Stellung einnehmen. Ein großer Anteil aller Suizide entsteht auf der Grundlage seelischer Erkrankungen, wobei der Depression eine überragende Bedeutung zukommt.
Im Jugendalter sind Suizide die zweithäufigste Todesursache, obwohl vollzogene Suizide bei Minderjährigen im Vergleich zu Erwachsenen selten vorkommen. Viel häufiger haben Kinder und Jugendliche Suizidgedanken; diese enden nicht selten in Suizidversuchen.
Das Risiko für Suizid steigt aber im Alter. Eine adäquate psychosoziale, medizinische und psychotherapeutische Betreuung alter und hochbetagter Menschen im Vorfeld ist erforderlich, um im Sinne der Suizidprävention ein erfülltes und sinngebendes Leben auch im Alter zu führen. Über-leben bedeutet über das Leben zu sprechen.
Die Auswirkungen jedes Suizids auf die Menschen im nahen sozialen Umfeld sind beträchtlich - viele Hinterbliebene brauchen Jahre, um wieder ins Leben zurückzufinden. Sie tragen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von komplizierter Trauer, Depressionen und Suizidalität
und befinden sich aufgrund der Tabuisierung des Themas Suizid teils in einem sozialen Vakuum. Vor diesem Hintergrund sind Hilfsangebote für Hinterbliebene als wichtige suizidpräventive Maßnahmen zu betrachten.
Suizid ist verhinderbar und Suizidprävention beginnt damit, Warnzeichen zu erkennen und ernst zu nehmen. Offen über suizidale Gedanken zu sprechen, kann ein Leben retten.

Programm
16.00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
16.10 Uhr: Impulsvorträge

  • Allgemeinem Überblick und Einführung in die Thematik: Drin Ulrike Schrittwieser, Institut für Suizidprävention Graz
  • Blick auf die Jugend: Prim.a Drin Katharina Purtscher Penz, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
  • Blick auf das Alter: Prim. Dr. Christian Jagsch, Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie
  • Blick auf Angehörige: Maga Drin Regina Seibl, Österreichische Plattform für Angehörige nach Suizid
    17.30 Uhr: Pause
    18.00 Uhr: Podiumsdiskussion mit Anfragemöglichkeit
    19.15 Uhr: Ausklang

  • ReferentInnen

    Prim. Dr. Christian Jagsch, Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie.

    Prim.a Drin Katharina Purtscher-Penz, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie.

    Drin Ulrike Schrittwieser, Institut für Suizidprävention Graz.

    Maga Drin Regina Seibl, Erziehungswissenschaftlerin,ÖGS/SUPRA zertifizierte Gatekeeper Trainerin für Suizidprävention, pro mente tirol (Bereich Fortbildungsorganisation und Qualitätssicherung, Suizidprä- und -postvention).

    Teilnahmebeitrag: € 50,00 inklusive Kaffeepause und kleine Stärkung für den Nachhauseweg

    Zertifizierung: Forbildungspunkte über ÄK, STLP

    Gesundheit &
    Körperarbeit
    Workshop / Kursnummer: 19-128